|
|
Download der Rede Kandidatenvorstellung Stadthalle hier.
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Biberach,
auch wenn es mir jetzt unterstellt wird, ist die Absicht meiner Kandidatur weder jemanden zu beleidigen, noch dem Amt oder Amtsträgern Respektlosigkeit zu zeigen. Mit solchen Aussagen wird leider nur versucht die wirklichen Beweggründe meiner Kandidatur in den Hintergrund zu rücken.
Selbstverständlich ist mir bewusst, dass ich bei dieser Wahl nur Randbeobachter bin und meine Chancen OB von Biberach zu werden eher gering sind. Und natürlich muss ich deswegen auch viel Hohn und Spott einstecken. Allerdings ist es mir dies wert, wenn ich dadurch das erreiche, was mich zur Kandidatur bewogen hat. Und nun fragen Sie sich natürlich, was sind das für Beweggründe die einen jungen Mann, der das erforderliche Wahlalter gerade mal so erreicht hat, dazu bewegen sich bei der Oberbürgermeisterwahl der Stadt Biberach zu stellen.
Mir geht es zum einen darum sich dem Vorurteil, dass Jugendliche und junge Erwachsene sich nicht für Politik interessieren, aktiv mit Taten entgegen zu stellen. Auch will ich mit meiner Kandidatur darauf Aufmerksam machen, dass sich die Politik wieder mehr um die Anliegen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen kümmern muss. Und mir geht es natürlich auch darum die angesprochene „Schublade“, sprich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dazu zu animieren aus ihrem Winterschlaf zu erwachen und mich als gutes Beispiel dafür zu nehmen, dass man selbst als junger Mensch politisch was beitragen kann.
Es wäre deshalb eine Freude für mich wenn ich mit diesem Schritt die Wahlbeteiligung und das politische Engagement bei den Jungwählern in Biberach etwas fördern würde. Selbst wenn ich dadurch nur eine Hand voll Jugendliche mehr zur Wahl bewegen kann, ist es die Sache wert.
Ein weiterer Grund ist, dass jeder Schüler irgendwann in Gemeinschaftskunde lernt, dass es in der Bundesrepublik Deutschland eine Demokratie gibt. Das heißt freie Wahlen bei denen jeder wahlberechtigte Bürger denjenigen wählen kann, der die entsprechende Meinung des Wählers vertritt. Dies habe ich bei zwei Bewerbern, von denen einer der amtierende Bürgermeister ist nicht wirklich gesehen. Gerade aus dem Blickwinkel von Jugendlichen und jungen Erwachsenen betrachtet.
Man braucht auch nicht von Politikverdrossenheit reden, wenn niemand richtig informiert wird. Denn auf kommunaler Ebene erzählt einem niemand, auch nicht in der Schule oder sonst wo, wie und wann man ein öffentliches Amt in seiner Gemeinde übernehmen kann. Ich selbst habe dies auch nur durch Zufall erfahren, weil diese OB-Stellenausschreibung nicht so einfach zu finden war.
Ich hoffe auch durch diese Aktion den amtierenden Amtsinhaber dazu zu bewegen sich mehr als bisher in der Jugendarbeit zu engagieren und es nicht auf den bisherigen Erfolgen, wie z.B. die Eröffnung des Abderas, zu belassen. In meinen Augen als junger Erwachsener und ehemals Jugendlicher der Stadt Biberach ginge da mehr. Es klingt zwar bescheuert als 25 jähriger von früher zu reden, aber in meiner Kinder- und Jugendzeit musste ich nicht auf Partys gehen bei denen es harten Alkohol gab. Wir sind als junge Hüpfer in die Jugenddisco „Tropic“ gegangen. Da frage ich mich schon, wo sind solche "überwachten" Veranstaltungen heute? Jugendliche brauchen auch kein teures Hallenbad. Jugendliche brauchen ihre Plätze, auf denen sie sicher ihre Freizeitaktivitäten ausleben können. (Obwohl mir auch klar ist das das Hallenbad auch von Vereinen genutzt wird)
Es macht mich auch wütend auf der offiziellen Seite der Stadt Biberach unter der Rubrik Feste+Festivals nur diese 2 Einträge zu finden:
Das Schützenfest im Juli ist der Höhepunkt im Biberacher Jahresverlauf. Neun Tage lang feiern die "Biber" ihr traditionsreiches Fest, dessen Ursprung als Kinder- und Heimatfest bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht.
Aber auch zahlreiche andere Straßenfeste, wie z. B. das Radgassenfest, sind fester Bestandteil des Biberacher Jahreslaufs. Ein Blick in die Veranstaltungstipps der lokalen Presse lohnt sich immer.
Im Gegensatz dazu die Orte
Unterwaldhausen (288 Einwohner) 2 tägiges Ska-FESTIVAL!!!
Neuhausen ob Eck (3840 Einwohner) SouthsideFESTIVAL!!!
Lindau (24.673 Einwohner) mit dem Club Vaudville,
in dem fast täglich ein Programm für Jugendliche geboten ist: Konzerte, Filme. Der Club Vaudville ist ein wenig größer als das Abdera und wird von einem Verein ähnlich dem Lilienthal e.V. geführt.
Warum sind in diesen Orten Veranstaltungen in solchen Größenordnungen möglich und warum stellt sich Biberach bei Veranstaltungen solcher Art quer? Was sind die Gründe dafür? Zu laut? Zu lang? Zu oft? Ich weiß es nicht. Es ist ja wohl beruhigender die Jugendlichen auf solchen Veranstaltungen zu wissen, als an der Aral-Tankstelle, auf dem Marktplatz oder sonst wo, wo es in letzter Zeit zu Hauff zu gewalttätigen Konfrontationen kam.
Ich will mit meiner Kandidatur vor allem die jungen Leute zum Nachdenken bewegen, dass sie ihr demokratisches Recht auf Wahlen ernst nehmen müssen, und die ältere Generation dazu auffordern, etwas mehr für die Jugend zu tun, denn:
WIR SIND EURE ZUKUNFT. Schreibt uns nicht ab…
|
|