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Zunächst geht es mir um die
Vielfalt und die Nutzung demokratischer Grundrechte.
Hier geht es um
Inhalte und nicht um hübsche Verpackungen,
die finden Sie beim Amtsinhaber.
Es kann aus meiner Sicht nicht sein, dass sich für den Posten des
Oberbürgermeisters in einer finanziell gut aufgestellten Kreisstadt, bis Anfang Dezember 2009 kein weiterer Kandidat zur Wahl finden ließ. Eine
Wahl ohne Alternative ist keine Wahl.
Laut der offiziellen Biberacher Webseite ist "der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Gemeindeverwaltung. (...) Er vertritt die Gemeinde. Der Oberbürgermeister ist in Biberach auch Leiter des Verwaltungsdezernats. Er bereitet die Sitzungen
des Gemeinderats und der Ausschüsse vor und vollzieht die Beschlüsse."
Natürlich ist die Rolle des OB in Biberach nicht einfach, und: Ein OB ist
zunächst Erfüllungsgehilfe und er hat vor allem eine Moderatorenrolle; speziell in Biberach
hat er zwischen Verwaltung und Gemeinderat zu vermitteln. Das bedeutet aber
weder, dass ein OB keine eigene Meinung oder eigene Visionen entwickeln darf und kann, noch, dass ein OB nur als
Vorzeigepuppe zu funktionieren hat.
Meiner Ansicht nach bedingt
gerade die Rolle in Biberach deshalb besonders, Anregungen zu geben, Visionen,
die oft in Verwaltung und Stadtrat fehlen, zu formulieren und eine Art kritischer Beobachter zu
sein.

Für die Zukunft Biberachs wünsche ich mir mehr Transparenz, weniger
Klüngel und Selbstzufriedenheit, mehr Diskussion und Selbstkritik (Mehr dazu
auch ganz am Ende dieser Seite).
Download Radio Donau 3 FM: Interview
mit Chefreporter Harry Kist (copyright: Radio
Donau 3 FM)
Im folgenden finden Sie einige Punkte, die ich als zukünftiger OB initiieren
oder ändern möchte.
- Verankerung einer verantwortungsvollen langfristigen und nachhaltigen
universalen Wertepolitik
In Folge geänderter Umwelt- und Gesellschaftsbedingungen müssen Verantwortung
und Investitionen neu bewertet werden. Es kann nicht angehen, dass in Zukunft
Zuschüsse des Landes in Anspruch genommen werden, auch wenn kein wirklich
dringender Bedarf vorliegt, denn auch Landeszuschüsse sind Steuergelder.
- Mehr Transparenz für den Bürger:
In Zukunft Live Übertragungen von Gemeinderatssitzungen über die
städtische Website. Nutzung des Internets um in Blogs und Foren
Entscheidungen und Themen des Gemeinderats nachhaltig im Vorfeld und Nachklapp
zu diskutieren. Regelmäßige Hinweise und Infoblätter (mehrsprachig, wie z.
Bsp. auch türkisch, russisch, italienisch und polnisch) die alle Bürger auf
ihre Einflussmöglichkeiten und kommunalen Rechte aufmerksam machen: Zum
Beispiel die Möglichkeit eigene Punkte in Gemeinderatssitzungen einzubringen
und Gemeinderäte zu mobilisieren.
Transparenz bedeutet auch: Bürger müssen immer wieder auf ihre demokratischen
Mitsprachemöglichkeiten hingewiesen und darüber informiert werden! Warum
hängt keine Stellenausschreibung zur OB-Wahl im
Rathaus-Aushang? Wo bitte sind Bemühungen der Stadtverwaltung zu erkennen, dass
für eine demokratische Wahl eines Oberbürgermeisters Kandidaten gesucht
werden? - Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die Stadtverwaltung
würde eine Wahl lieber verhindern oder stillschweigen. Demokratisches
Grundverständnis?




- Überprüfung der Funktion der Schützendirektion, getreu dem kolportierten
Motto: "Schützt Schützen vor den Schützendirektoren". Offenlegung
der Finanzierung und Steuermodelle.
- Weniger Leitbilder, mehr Realität
Was nützt ein freundliches Leitbild auf schickem Hochglanzpapier, wenn der Umgang mit dem Bürger dann doch nicht so
reibungslos klappt und Bedürfnisse nicht oder erst verspätet erkannt werden.
- Keine PE (Personalentwicklungsstelle) für die Stadtverwaltung: Die
Stadtverwaltung ist kein Konzern oder Unternehmen. Eine Stadtverwaltung hat
im Auftrag der Bürger Güter der Allgemeinheit zu verwalten.
Seit Jahren laufen Entwicklungen in Richtung mehr Rationalisierung, mehr
Effizienz, mehr Wirtschaftlichkeit und alles gepaart mit einer Tendenz zur
Privatisierung. Die Erfolge sind großteils zweifelhaft und kurzfristig.
Aus meiner Sicht hat eine Stadtverwaltung dafür zu sorgen, dass ein soziales
und gerechtes, sicheres, gesundes Miteinander sichergestellt wird und kann nicht
als Profitcenter gesehen werden.
- Unterstützung sozial Schwacher
Die Diskussion rund um die Einführung eines Sozialpasses muss endlich ein
gutes Ende nehmen. Statt Broschürenwahn (vergl. Entscheidung des Kreistages
statt eines Geburtsgeldes in Höhe von 40 Euro - eine Menge für Hartz IV
Empfänger - ein Broschürenpaket im Wert von 40 Euro zu verschenken, als
Geburtswillkommensbroschüre!) konkrete Hilfe und Unterstützung. Statt
Sozialpass eine Art "Bibercard" für jeden, die mit Bonuspunkten
versehen ist. Keine Diskriminierung allein durch Besitz eines deklassierenden
Passes. Kindergartengebühren sollten angepasst werden: Reduzierung bei mehreren
Kindern, Anpassung an die Verdienstverhältnisse etc.
- Schnelle Lösungen bei akuten Problemen:
Wenn 48 Kinder auf Grund eines Brandes keinen Kindergarten mehr zur Verfügung haben, kann es nicht sein, dass Übergangslösungen nur halbherzig in Angriff genommen werden und erst die Präsenz einer Elterngruppe bei einer Gemeinderatsversammlung die Brisanz des Themas der Verwaltung offenbart.
Wo "kinderfreundlich" draufsteht, sollte auch mindestens familienfreundlich in Biberach drin sein.
- Integration ist keine Einbahnstraße.
Gut, wenn es Deutschkurse für Mitbürger mit Migrationshintergrund gibt,
aber: Wo bitte bleiben, gerade angesichts Europas und unserer Partnerstädte, kostenlose VHS Kurse für
Biberacher in Englisch/Französisch/Russisch/Polnisch und Italienisch? Partnerschaft
heißt: Beide Seiten tun etwas. Es geht nicht nur darum, dass wir verstanden
werden, wir sollten auch die Möglichkeit bekommen, die anderen zu verstehen.
- Wirtschaftsentwicklung: - Öffentliche Darlegung und Diskussion
wirtschaftpolitischer Entwicklungen und Entwicklungsziele in Hinsicht auf
Risiken und Chancen.
Visionen und Umorientierung, statt alter Zöpfe und Gewohnheiten. Alternative Energiekonzepte für städtische Einrichtungen, Einsatz von Solarenergie.
- Überprüfung von Interessenkonflikten zwischen Ämtern und (auch
ehrenamtlichen) Posten in der Stadtverwaltung.
- Steuerhilfebüro für Klein- und Kleinstunternehmer
Ähnlich der Lohnsteuerhilfe sollte eine Einrichtung geschaffen werden, um
Kleinunternehmer und Selbstständige bei der Abgabe von
Einkommensteuererklärungen zu unterstützen.
- Kultur und Werte bilden. Keine "Geiz ist geil" Mentalität in
der Kulturpolitik mehr.
Wenn gespart werden muss, wird bei Museum, VHS und beim Kulturprogramm
gespart. Ohne Kultur keine Bildung, ohne Bildung keine Werte - Die Folgen kann
jeder beobachten: Nachts an Tankstellen, auf dem Marktplatz und in der
Innenstadt. So kann es nicht weiter gehen. Weniger Papiertiger und Werbematerial, dafür Geld in die Bildung stecken:
Weg mit den Gebühren für Stadtbücherei und VHS. Kulturpolitik, die sich nicht am mainstream orientiert und die die Jugend mehr einbezieht.
- Mehr Vertrauen und Unterstützung in und für Bürger und Jugendliche.
Es ist üblich geworden alles kontrollieren und kanalisieren zu wollen.
Dieser gesellschaftspolitische Trend mag in Großstädten mittlerweile zumindest
als kurzfristige Symptomlösung unvermeidlich sein. Biberach kann und könnte noch,
als europäische Vorzeigeregion Maßstäbe setzen. Es geht nicht nur um von
einer Stadtverwaltung genehmigtes oder gar zur Verfügung gestelltes "Haus
der Jugend", es geht um Initiativen die von Jugendlichen und Bürgern
ausgehen, und die begleitend unterstützt werden, um Eigenverantwortung
wahrnehmen und lernen zu können. Dabei muss es die Möglichkeit für die Beteiligten
geben, dass auch etwas schief läuft.
- Entsorgung von Müll:
Ist es zumutbar, dass ältere Mitbürger, möglicherweise ohne eigenes Fahrzeug, Altglas auf dem Wertstoffhof entsorgen müssen? Die Gesellschaft wird im Durchschnitt älter. Ist der gelbe Sack eventuell die bessere Lösung? Wertstoffhöfe sollten in Zukunft nur noch groben Müll annehmen
(Computer/Elektrogeräte/endlich auch Grünzeug?).
- Verkehrspolitik
Keine Falschparkerüberwachung bei Nacht, um das Stadtsäckel zu füllen. Andersfarbige Mitbürger sollen auch in Zukunft freundlich, zuverlässig und vorbildlich im öffentlichen Nahverkehr von sympathischen Busfahrern zuvorkommend behandelt werden. Ausbau der Wochenendbuslinien, weniger Großbusse, mehr Sammeltaxis und Kleinbusse.
- Sport ist viel, aber nicht alles.
Es steht außer Frage, dass Sportvereine (nicht umsonst ist die TG Biberach
einer, wenn nicht der größte in Baden-Württemberg) eine wichtige kulturelle
Rolle spielen. Möglicherweise ist eine Großsporthalle vonnöten - zumindest
sollten bei einer Realisierung Fehler wie beim neuen Hallenbad (zu kurzes
Becken) vermieden werden. Dennoch sollte man sich im klaren darüber sein, dass
andere Kulturfaktoren wie zum Beispiel Theater, Konzerte und Tanzveranstaltungen
- auch auf Grund der aktuellen Kulturpolitik - deutlich ins Hintertreffen
geraten sind. Mittlerweile geht das so weit, dass Saalmieten (Abdera,
Gigelberghalle, Stadthalle etc...) und Nutzungsbeschränkungen (zu laut, zu oft,
zu viel...) kaum mehr Vereinen oder auch Privatleuten eine wirtschaftliche
Nutzung der Räumlichkeiten gestatten. Beispiel: Wenn die Saalmiete höher ist,
als die Bandgage dann stimmt was nicht. Kann es sein, dass eine Stadt
Veranstaltungsräume hat, die niemand mehr für Veranstaltungen bezahlen kann?
- Keine Subventionierung der
Schwäbischen Zeitung mehr durch die Nutzung als Amtsblatt.
Das in Gemeinden übliche Gemeindeblatt zur Veröffentlichung amtlicher
Mitteilungen wurde in Biberach durch die Schwäbische Zeitung ersetzt. Amtliche
Mitteilungen werden in der Regel in der SchwäZ veröffentlicht. Das wiederum
bedingt, dass jemand, der sich für kommunale Entscheidungen und Politik
interessiert mehr oder weniger zwangsweise die Schwäbische Zeitung lesen oder
abonnieren muss. Amtliche Mitteilungen werden ansonsten am Rathaus öffentlich
ausgehängt oder im Internet veröffentlicht. Aus meiner Sicht ein nicht
haltbarer Zustand: In Zukunft sollen (und ich denke da vor allem an ältere und
ausländische Mitbürger) keine Biberacher mehr genötigt werden eine Zeitung
kaufen zu müssen die sie möglicherweise gar nicht haben wollen, genauso wenig
ist es zumutbar für gehbehinderte oder eingeschränkte Menschen sich extra vor
das Rathaus fahren zu lassen um amtliche Mitteilungen zu lesen, oder aber einen
Internetzugang einrichten zu müssen. Amtsblätter sollten aus meiner
Sicht kostenlos an alle Haushalte einmal im Monat verteilt werden. Bei einem
Amtsblatt handelt es sich aus meiner Sicht um eine Bringschuld der Verwaltung,
es dient zur notwendigen Information der Bürger. Es kann und darf nicht
kostenpflichtig sein.
Statt eines Versandes der Stadtverwaltungsbriefe über Südmail, Nutzung der
Post.

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Wo sind die Ursprünge und
wo liegt die eigentliche Motivation zur Kandidatur?
In meinem bisherigen Leben lag und liegt einer meiner Schwerpunkte darin,
Ungerechtigkeiten, Willkür und oder asoziale Verhaltensweisen einzugrenzen oder
zu beseitigen ohne dabei Gewalt oder Machtdemonstrationen einsetzen zu müssen.
Privat und ethisch gilt für mich: Statt Verurteilung, Strafe oder
Einschüchterung sind meine Strategien so weit wie möglich positives Vorbild zu
geben, keine Vorurteile zu pflegen und Menschen so anzunehmen wie sie sind.
Macht zu besitzen bedeutet für mich nicht sie zu nutzen, sondern - wenn
überhaupt sie zu nutzen - Verantwortung zu übernehmen.
Im sozialen Gefüge halte ich einen größtmöglichen Konsens für nötig und
möglich, es muss gleiches Recht für alle gelten und hart erkämpfte Freiheiten
und Grundsätze sollten nicht Füßen getreten werden. Um einige Eckpunkte und
gelebte Beispiele meines (auch beruflichen) Tuns aufzuzählen: